Was kommt bei dir hoch, wenn du an Essen denkst? Leichtigkeit und Freude?

Und welche Ansichten hast du darüber? Ist es etwas, dass man eben machen muss, um zu überleben? Ist es etwas, dass für dich so lästig ist, da du denkst, dass du es eh nicht richtig hinbekommst?
Oder ist Essen für dich ein wahrer Genuss? Pure Lebensfreude? Etwa ein orgasmisches Erlebnis?

Als Ernährungsberaterin bekomme ich ziemlich oft die Frage gestellt, was denn nun die richtige Ernährung ist. Oder wie man denn am besten abnehmen kann.

Vor ein paar Jahren hätte ich auch noch die – meiner Meinung nach – perfekte Antwort parat gehabt. Doch etwas, das ich in meiner Beratung bemerkt hatte, war, dass alle Ernährungsempfehlungen, so genial und vereinfacht ich sie auch aufbereitet hattet, nur auf einem niedrigen Level funktionierten.

Ich wusste, da war noch etwas Anderes. Etwas fehlte. Aber was?
Diese Frage habe ich mir immer und immer wieder gestellt.

Und kurz darauf kam das große AHA Erlebnis. Natürlich, Menschen haben soviel Ansichten über Ernährung, was richtig oder falsch, gut oder schlecht ist, wie man richtig Essen sollte und bewerten sich, wenn sie nicht ‚richtig’ essen, in Kombination mit „keiner Verbindung“ zu ihrem Körper, dass Ernährungsempfehlungen meistens nur ein Tropfen auf dem heißen Stein waren.

Und da ist dann noch so viel mehr, darüber könnte ich ein ganzes Buch schreiben (oh warte, das mache ich ja auch gerade), doch in diesem Blogartikel geht es vor allem um eines: Freude und Spaß am Essen und auch um ein bisschen Verführung!

Meine Frage an dich: Wie viel richtige Freude und puren Genuss hast du am und beim Essen? Was wäre, wenn dies eine der Hauptgründe wären, warum du überhaupt etwas isst?

Für mich ist Essen einfach nur ‚Mmmmhhhhh’, ‚Wooowwww’, ‚Yummy’, ‚OMG’… und das beginnt schon, wenn ich Lebensmittel in der Hand halte. Ich betrachte die Farben, die Formen, rieche daran und für mich kommt soviel Dankbarkeit auf, wenn ich all diese wundervollen Nahrungsmittel vor mir habe. Es sind wie kleine Geschenke der Erde – und man kann sie entweder empfangen und sich darüber freuen, oder sie als selbstverständlich betrachten.
Wie wäre es, wenn du mehr Dankbarkeit für all das hättest, das du möglicherweise so selbstverständlich hinnimmst? Würde das alleine schon ein paar deiner Ansichten über Essen verändern? In Richtung mehr Leichtigkeit und Freude?

Hast du dich zum Beispiel schon einmal einem Apfel gewidmet und warst so präsent mit ihm, dass dir nichts an diesem Obst entgeht? Die Struktur der Schale, die Farben, die vielen Schattierungen, die Temperatur, das Saftige Innere, wenn du ihn halbierst, die vielen Aromen, wenn du hinein beißt?

Was wäre, wenn du dir erlauben würdest, dich von einem Apfel verführen zu lassen?
Hahaaaa, ich weiß, „Wie bitte, von einem Apfel verführen lassen, die spinnt ja!“, denkst du dir vielleicht.
Aber mal ehrlich, wenn du mit deinem Lover im Bett liegst, willst du es schnell hinter dir haben, oder nimmst du dir Zeit für ihn?
Was wäre, wenn du Essen oder Nahrungsmittel wie einen Lover betrachten würdest? Würdest du es dann einfach schnell herunter schlingen? Und würdest du einfach ‚irgendetwas‘ zum Essen wählen, oder viel mehr in der Wahrnehumg sein, welches Essen deinen Körper so richtig zum prickeln bringt?

Was wäre, wenn du dir das nächste Mal Zeit für dein Essen und die Zubereitung nimmst und wirklich absolut präsent damit bist, dass dir auch nichts entgeht.
Wenn du zum Beispiel in einen Apfel beißt, wo auf der Zunge entfalten sich seine vielen Aromen?

Als ich in einem Flavour Konzern gearbeitet hatte, war ich für die Verkostungen zuständig und ich war so fasziniert, wie viele verschiedenen Aromen in einem Produkt vorkommen können. Als wir Apfelaromen verkosteten, hatten wir sicher an die 30 verschiedenen Flavours auf dem Tisch und das war der Anfang für mich, viel bewusster mit den unterschiedlichen Aromen zu sein und wo ich sie in meinem Mund wahrnehmen kann. Und welche Empfindungen sie in meinem Körper hervorbringen.

Wie viele verschiedene Flavours kannst du schmecken, wenn du in einen Apfel beißt?

Wenn du dein Essen nur herunter schlingst, schmeckst du nicht wirklich viel. Du kannst weder wahrnehmen, wann dein Körper genug hat, noch ist es ein wahrer Genuss oder Freude. Wenn du mehr Spaß am Essen haben möchtest, dann probiere doch einfach mal aus, mit deinem Essen so richtig präsent zu sein und alle Empfindungen in deinem Körper wahrzunehmen.

Schon mal einen ‚Foodgasm’ gehabt?

xxx Kerstin

 

PS: Und als Ernährungsberater kann ich dir eines versprechen: je mehr Freude du am Essen hast, je präsenter du mit deinem Körper und Essen bist und je mehr Spaß du in dein Leben bringst, desto wohler, lebendiger und vitaler kannst du dich in deinem Körper fühlen… und desto leichter können die Kilos purzeln…